Abteilung für Thoraxchirurgie

Unsere Klinik für Thoraxchirurgie behandelt seit über zehn Jahren sämtliche gut- und bösartigen Erkrankungen im Brustkorb. Als Lungenkrebszentrum arbeiten wir in enger Kooperation mit der Thoraxchirurgie an den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden – unter der Leitung von Prof. Dr. med. Peter Kleine – zusammen.

Lungenkrebs

Als Lungenkrebszentrum liegt einer unserer Schwerpunkte auf dem Gebiet der Lungentumorchirurgie.

Wir legen großen Wert auf minimal-invasive und gewebesparende Techniken, die die postoperative Lebensqualität unserer Patienten verbessert. In unseren wöchentlichen Tumorkonferenzen werden gemeinsam mit Pneumologen, Onkologen und Strahlentherapeuten individuelle Therapiekonzepte für unsere Patienten erstellt. Dies betrifft nicht nur Lungentumoren, die von der Lunge selber (Lungenkrebs) oder dem Brustfell ausgehen, sondern auch Absiedelungen (Metastasen) bei bestimmten anderen bösartigen Erkrankungen. Multimodale Konzepte (Diagnostik, Bronchoskopie, Chemotherapie, Operation, Strahlentherapie) können vollständig an einem Ort von Spezialisten durchgeführt werden.

Pleuramesotheliom

Beim Pleuramesotheliom handelt es sich um eine bösartige Erkrankung, die Rippenfell, Herzbeutel, Zwerchfell und Lungengewebe überzieht. Es ist eine anerkannte Berufserkrankung, falls eine Asbestexposition nachgewiesen werden kann.

Zusätzlich zur operativen Entfernung lässt man noch im Operationssaal nach Brustkorbverschluss eine erwärmte Chemotherapielösung im Brustkorb einwirken, um verbliebene Tumorzellen zu zerstören (HITHOC). Es kommen nur ausgewählte Patienten in gutem Allgemeinzustand für diese anspruchsvolle und für den Patienten belastende Operation in Frage.

Mediastinum

Tumore des Mediastinums (Mittelfellraum) werden in minimal-invasiver Technik operiert. Bei der neurologischen Erkrankung Myasthenia gravis wird in Spiegelungstechnik ein sogenanntes Thymom (Bries) chirurgisch entfernt, um eine Beschwerdelinderung der Symptomatik zu erreichen. In manchen Fällen kann sich nachträglich ein Thymuskarzinom herausstellen. Verdächtig vergrößerte Lymphknoten im Mittelfellraum werden ebenfalls zu diagnostischen Zwecken mediastinoskopisch entnommen.

Pneumothorax

Neben den bösartigen Tumorerkrankungen werden auch sämtliche gutartigen Lungenerkrankungen in unserer Klinik behandelt. Der Pneumothorax (Luftansammlung im Brustkorb) ist ein akut auftretendes, je nach Ausprägung lebensbedrohliches Krankheitsbild.

Der sogenannte primäre Pneumothorax betrifft zum größten Teil jugendliche Männer. Ursächlich sind angeborene Lungenbläschen, die spontan platzen und somit einen Pneumothorax verursachen. Je nach Häufigkeit des Auftretens sollte eine Operation durchgeführt werden. Auch dies wird routinemäßig in Spiegelungstechnik durchgeführt.

Pleuraempyem

Das Pleuraempyem ist eine eitrige Entzündung des Rippenfells, die meist in Folge einer schweren Lungenentzündung auftritt. Bei der rechtzeitigen Operation kann der Eiter aus dem Brustkorb herausgespült und infiziertes Gewebe ebtfernt werden. Bei chronischem Krankheitsverlauf entsteht eine sogenannte "Pleuraschwarte", die ebenfalls operativ entfernt werden sollte.

Pleuraerguss

Folgende Verfahren werden angewendet:

  • Pleurapunktion: Bei zunehmenden Beschwerden (Atemnot, Sauerstoffmangel) kann ein Erguss durch eine Punktion entlastet werden. Dies geschieht unproblematisch in einer lokalen Betäubung.
  • Thoraxsaugdrainage: Bildet sich ein Erguss nicht zurück oder ist der Pleuraraum infiziert, so wird für einige Tage über einen kleinen Hautschnitt ein Katheter in den Pleuraraum eingelegt. Über diese „Drainage“ wird dann die Flüssigkeit kontinuierlich abgelassen. Eventuell werden auch therapeutische Spülungen durchgeführt.
  • Pleurodese: Ist das Grundleiden nicht behandelbar (bei bestimmten bösartigen Tumoren) und der Pleuraerguss läuft rasch nach, so kann über die einliegende Drainage ein Medikament appliziert werden, das zum Verkleben der beiden Pleurablätter führt. Dadurch kann ein Nachlaufen der „falschen“ Flüssigkeit eingeschränkt und die Kurzatmigkeit vermieden werden.
Rippenbrüche

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Klinik liegt in der operativen Versorgung verunfallter Patienten mit Rippenbrüchen. Wenn mehrere Rippen gebrochen sind, spricht man von einer Rippenserienfraktur. Dies erschwert die Atmung bei den betroffenen Patienten und kann somit Lungenentzündungen oder andere Infekte der Atemwege begünstigen. Studien haben zusätzlich eine deutliche Leistungsminderung bei diesen Patienten ohne Operation im Langzeitverlauf nach Entlassung aus der Klinik gezeigt. Eine operative Stabilisierung der gebrochenen Rippen wird mittels aufgebrachten Spezialplatten erreicht (Plattenosteosynthese).

Ärzte und Sprechstunden

Dr. Jong-Sun Kim

Chefarzt (komm.) für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie

Sprechzeiten:

nach Vereinbarung

Fax:
069 7939-2644

Prof. Dr. Peter Kleine

Facharzt für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie

Sprechzeiten:
Di-Do, 09.00-15.00
und nach Vereinbarung
 
Sekretariat Margot Reithebuch: 069 7939-2207, margot.reithebuch@artemed.de
Fax:
069 7939-2644