Endokrine Chirurgie

Die endokrine Chirurgie befasst sich mit der operativen Therapie der menschlichen Hormondrüsen, also Drüsen, die ihre Stoffe direkt in den Blutkreislauf bringen und zahlreiche Funktionen in unserem Körper steuern.

Chirurgie der Schilddrüsen

Traditionell zählt unsere Klinik seit mehreren Chefarztgenerationen zu den führenden Zentren für Schilddrüsen-Chirurgie und ist beispielgebend für eine differenzierte, stadien- und funktionsgerechte Vorgehensweise.
 
Häufigste Indikationen sind:
  • Abklärung von knotigen Veränderungen („Struma nodosa“)
  • Abklärung von cytologischen Befunden bei Knotenbildungen
  • Chirurgie der Schilddrüsenüberfunktion (mit und ohne Organvergrößerung, Autonomien / Autonome Adenome, BASEDOW’sche Erkrankung, Autoimmunerkrankungen)
  • Operation wegen mechanischer Komponenten („Kropf“, Luftröhrenbeeinträchtigung)
  • Operation wegen Geschwülsten an der Schilddrüse

Chirurgische Techniken:

  • Neuromonitoring: kontinuierliche Überwachung der Stimmbandnerven während des Eingriffs
  • Lupenmikroskopische Präparation mit der Lupenbrille

Bei dem Neuromonitoringverfahren wird der Stimmbandnerv elektrisch stimuliert und eindeutig identifiziert. Verwechslungen mit anderen Strukturen werden ausgeschlossen. Somit ist der Nerv während der gesamten Operation kontinuierlich überwacht und geschützt.


Chirurgie der Nebenschilddrüse

  • bei Überfunktion (Hyperparathyreoidismus),
  • bei Vergrößerung einer Drüse (sog. „Adenombildung")
  • bei diffuser Vergrößerung (Hyperplasie), z. B. bei Nierenerkrankungen, Dialyse und bei Tumor-Verdacht

Wir führen spezielle mikrochirurgische Techniken, gegebenenfalls Gewebs-Re-Transplantationen und Gewebs-Cryo-Asservierungen durch. Im Bedarfsfall erfolgt die Erfolgskontrolle durch einen intraoperativen „PTH-chemischen oder histologischen Schnellschnitt“. Auch diese Operation wird immer mit dem Neuromonitoringverfahren zum Schutz des Stimmbandnerven kombiniert und ebenfalls lupenmikroskopisch operiert.

Chirurgie der Nebennieren

Die Nebennieren befinden sich am oberen Pol der jeweiligen Niere und produzieren eine Vielzahl verschiedener Hormone.

Eine Operationsindikation besteht bei bestimmten hormonaktiven Tumoren sowie bei hormoninaktiven Tumoren, die eine bestimmte Größe überschritten haben, sowie bei Nachweis von Tumoren, bei denen Bösartigkeit angenommen werden muss. Der Eingriff wird nach sorgfältiger, endokrinologischer und bildgebender Diagnostik, in der Regel in minimal-invasiver Technik, durchgeführt.


Chirurgie der neuroendokrinen Tumore des Gastroiintestinaltrakts

Neuroendokrine Tumore gehen aus hormonbildenden Zellen hervor, die verstreut im Gewebe verschiedener Organsysteme vorliegen – am häufigsten im Bereich des Magen-Darm-Trakts („gastro-intestinal“). Hier ist eine exakte endokrinologische und bildgebende Diagnostik erforderlich, um den Eingriff so gering wie möglich zu halten. In bestimmten Fällen ist eine minimal-invasive OP-Technik die Methode der ersten Wahl.