Wir sind zertifiziertes Brustkrebszentrum

Brustkrebs ist eine Erkrankung, die viele Frauen betrifft und Angst macht. Bei den meisten Patientinnen kann die Erkrankung heute jedoch durch verbesserte Früherkennung, schonende Operationstechniken, Strahlentherapie und
zahlreiche, zielgerichtete medikamentöse Therapieansätze geheilt werden. Vorsorge ist hier das A und O!

Nach einer entsprechenden Diagnose kann die optimale Behandlung aufgrund der vielfältigen Erscheinungsformen von Brustkrebs sehr unterschiedlich sein und muss individuell auf jede Patientin abgestimmt und vor allen Dingen schnell eingeleitet werden. Hier bieten wir Ihnen in unserem zertifizierten Brustkrebszentrum alle Möglichkeiten moderner Diagnostik und Therapie.

Das Brustkrebszentrum im St. Elisabethen-Krankenhaus ist durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert worden -  bei uns finden Sie ein Netzwerk aus zahlreichen ausgewiesenen Spezialisten und Kooperationspartnern und eine Behandlung auf modernstem Niveau unter Berücksichtigung höchster Qualitätsstandards. Wir beraten und betreuen Sie kompetent und individuell von Beginn der Diagnosestellung an.

Für eine individuelle Diagnostik und Therapieplanung stehen wir in enger Zusammenarbeit mit unseren
internen und externen Kooperationspartnern. Auch unsere Breast Care Nurse, unsere Psychoonkologin und unsere Physiotherapeuten helfen Ihnen gerne und unterstützen Sie in Ihrer individuellen Krankheitsbewältigung.

Sie liegen uns am Herzen - nicht nur als Patientin, sondern auch als Mensch. Wir beraten Sie einfühlsam, behandeln Sie jederzeit kompetent und sind für Sie wie auch für Ihre Angehörigen mit all Ihren Fragen zu Ihrer Erkrankung da.

Diagnostik

Eine frühzeitige und umfassende Diagnostik bildet die Grundlage für die optimale Behandlung von Brusterkrankungen, vor allem im Falle eines Mammakarzinoms. Wird der Brustkrebs frühzeitig erkannt, sind die Heilungs- und Überlebenschancen sehr groß. Für eine umfassende Diagnostik stehen in unserem zertifizierten Brustkrebszentrum alle modernen Möglichkeiten zur Verfügung. Alle Untersuchungen haben dabei das Ziel, zu erforschen, wo der Tumor sitzt, wie groß er ist und ob er gut- oder bösartig ist. 

Am Anfang steht das Arztgespräch. Sprechen Sie jeden Verdacht offen bei Ihrem Frauenarzt an. Der Arzt wird zunächst eine ausführliche Anamnese aufnehmen, die Ihre Beschwerden, Risikofaktoren und Ihren Allgemeinzustand umfasst und Sie anschließend untersuchen.

Untersuchungsmethoden

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht die Burst hinsichtlich äußerer erkennbarer Veränderungen und durch Abtasten auf Knoten und Verhärtungen. Um sich ein genaueres Bild von der erkrankten Stelle zu machen, werden weitere Untersuchungen veranlasst. Dazu gehört eine Untersuchung mit Röntgenstrahlen (Mammographie), mit Ultraschall (Sonographie) und in Ausnahmefällen mit Magnetfeldern (Kernspintomographie/ MRT). Mit allen drei Methoden (bildgebende Diagnoseverfahren) versuchen die Ärzte, sich ein genaueres Bild über das veränderte Gewebe zu verschaffen.
  • Mammographie (Röntgen der Brust): Die Mammographie ("mamma": Brust und "-graphie": Darstellung) ist ein spezielles Röntgenverfahren der Brust. Die Brust wird hierfür zwischen zwei Plexiglasscheiben gepresst. Das Zusammendrücken der Brust kann unangenehm sein. Von jeder Brust werden zwei Aufnahmen angefertigt – einmal von oben nach unten und einmal schräg von der Mitte her zur Seite – welche anschließend beurteilt werden. Mit Hilfe der Mammographie können Gewebeveränderungen sichtbar gemacht werden, noch bevor sie tastbar sind oder andere Symptome auftreten. Deshalb wird die Mammographie nunmehr auch als sehr gute Möglichkeit zur Früherkennung von Brustkrebs, dem sogenannten "Mammographie-Screening", angewandt. Die Teilnahme ist freiwillig. Ob Sie das Angebot der Früherkennungsuntersuchung wahrnehmen möchten, entscheiden Sie selbst.
  • Ultraschall (Sonographie) der Brust: Bei der Ultraschalluntersuchung werden Schallwellen eingesetzt, die vom Gewebe zurückgeworfen und am Bildschirm dargestellt werden. Mit dieser Technik lassen sich Umrisse von Organen, Gewebe und insbesondere Zysten gut darstellen.
  • Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, kurz MRT) der Brust: Die Kernspintomographie ist kein Verfahren, das an erster Stelle kommt, sondern erst dann, wenn durch die Mammographie und die Ultraschalluntersuchung keine eindeutige Aussage möglich ist. Nachteil dieses Verfahrens sind sogenannte falsch positive Befunde, denen gutartige Veränderungen zu Grunde liegen. Ob diese Veränderungen gut- oder bösartig sind, lässt sich erst durch invasive Verfahren endgültig klären.


Feingewebliche Untersuchungen

Zwei Verfahren werden derzeit ambulant, also ohne Klinikaufenthalt, durchgeführt. Eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) und ein kleiner Hautschnitt reichen hierfür aus. Das entnommene Gewebe wird anschließend von einem Pathologen auf seine Bös- oder Gutartigkeit hin untersucht.

  • Ultraschallgesteuerte Stanzbiopsie: Der Arzt entnimmt mit Hilfe einer Nadel (Stanze) mehrere winzige Gewebeproben aus der betroffenen Stelle. Dies geschieht in der Regel unter Ultraschallkontrolle.
  • Mammographisch oder MR-mammographisch gesteuerte Vakuumsaugbiopsie: Die Vakuumsaugbiospie stellt ein weiteres Verfahren zur Gewebeentnahme dar. Ein Computer berechnet hierfür anhand von Röntgenaufnahmen oder MRT-Aufnahmen die genaue Lage des erkrankten Gewebes in der Brust und steuert die Nadel exakt an die auffällige Stelle. Durch einen Unterdruck (Vakuum) wird nun das Gewebe in eine Aussparung an der Nadel gesaugt und die Proben entnommen.

Offene Biopsie: Manchmal kann es jedoch auch von Vorteil sein, den auffälligen Befund für die feingewebliche Untersuchung direkt durch einen operativen Eingriff zu entfernen. Zudem kann eine offene Biopsie notwendig sein, wenn die, mittels Stanz- oder Vakuumsaugbiopsie entnommenen Gewebeproben keine sichere Diagnosestellung zulassen. In der Regel wird vor einer offenen Biopsie das auffällige Areal in der Brust mit einem kleinen Draht, wenn nötig mit lokaler Betäubung, markiert. Dies geschieht entweder unter ultraschall-/ mammographischer- oder MR-mammographischer Kontrolle.


Pathologie

Die feingewebliche Untersuchung erfolgt in der Gemeinschaftspraxis für Pathologie in Frankfurt (Professor Dr. Falk und Kollegen) oder am Institut für Pathologie an der Universitätsklinik Frankfurt (Leitung: Professor Dr. Hansmann).

Das abschließende Ergebnis aller feingeweblichen Untersuchungen wird von zwei Fachärzten der Pathologie befundet und liegt uns in der Regel nach 24 bis 48 Stunden vor.

Institut für Pathologie Universitätsklinik Frankfurt/Main
Leitung: Professor Dr. med. Hansmann
www.uni-ffm.de

Gemeinschatspraxis für Pathologie
Professor Dr. Falk und Kollegen
www.pathologie-frankfurt.de


Metastasenausschluss – Staging

Um die optimale Behandlungsmethode für Sie festlegen zu können, ist abhängig von den Eigenschaften des Tumors manchmal eine Untersuchung des Körpers auf Tochtergeschwülste (Metastasen) sinnvoll. Tochtergeschwülste findet man meist in Leber, Lunge oder Knochen.

Folgende Untersuchungsmethoden bieten sich hierfür an:

  • Leberultraschall/ Computertomographie Abdomen: Da sich das Tumorgewebe in der Regel vom gesunden Lebergewebe abgrenzt, können eventuelle Metastasen mit diesen Methoden ab einer Größe von wenigen Millimetern identifiziert werden.
  • Röntgenuntersuchung der Lunge/ Computertomographie Thorax: Vermeintliche Lungenabsiedlungen können durch spezielle Aufnahmen des Brustkorbes (Thorax-Röntgen) frühzeitig entdeckt werden. Ab einer Größe von etwa fünf Millimetern sind Metastasen mit diesen Methoden erkennbar.
  • Knochenszintigraphie: Bei der Knochenszintigraphie werden sogenannte Radionuklide über die Vene verabreicht. Das sind chemische Substanzen, die in den Knochen eingebaut werden und für kurze Zeit strahlen. Mit einer speziellen Kamera (Gammakamera) kann deshalb nach etwa zwei Stunden erfasst werden, in welchen Bereichen des Knochengewebes ein erhöhter Umbau stattfindet. Die Ursache hierfür können gutartige Veränderungen wie Verschleißerscheinungen, alte Knochenbrüche sowie andere Knochenerkrankungen, oder eben Absiedlungen des Brustkrebses sein. In Zweifelsfällen wird deshalb die entsprechende Stelle nachgeröntgt. Ergänzend können zu obigen Untersuchungen die Computertomographie (CT) oder die Kernspintomographie (MRT) zur genaueren Beurteilung von Leber, Lunge oder Knochen eingesetzt werden.
Therapiemöglichkeiten

Jeder Tumor ist anders. Den typischen "Brustkrebs" gibt es nicht. So individuell unsere Patientinnen sind, so unterschiedlich sind die Tumorarten und so verschieden fällt die einzelne Behandlung aus. Unsere Behandlungsprofile orientieren sich an international gültigen Therapie-Empfehlungen, die auf aktuellen Forschungsergebnissen basieren. Welche Therapie sinnvoll ist, ergibt sich aus der Auswertung aller Untersuchungsbefunde.

Bei der Beurteilung der Tumorerkrankung wird die Größe des Tumors (T), der eventuelle Befall der dazugehörigen Lymphknoten (N) und das Vorhandensein von etwaigen Tochtergeschwülsten (M – Metastasen) untersucht. Die Klassifizierung wird in einem international gültigen TNM-System beschrieben, aus dem sich die internationale Stadienklassifikation (UICC) ableiten lässt. Sie ist die Grundlage für die entsprechenden Therapiemaßnahmen.

Die Therapie von Brustkrebserkrankungen wird in zweierlei Hinsicht geplant: Zum einen wird in der "lokalen Therapie" entschieden, ob und wie die betroffene Brust operiert und bestrahlt werden muss. Zum anderen, ob eine "systemische Therapie" notwendig ist, das heißt eine Behandlung, die im ganzen Körper (System) wirkt, wie zum Beispiel die Chemotherapie. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die aktuell angewandten Behandlungsmethoden im Rahmen einer Brustkrebstherapie.

Lokale Therapien

 

  • Operation und Strahlenbehandlung: Die Brusterhaltende Therapie (BET), bestehend aus Operation und Strahlentherapie, gilt als Standard für viele Patientinnen mit Brustkrebs. Seit Jahrzehnten weiß man, dass die Brustamputation für viele Patientinnen mit Brustkrebs keine zusätzliche Sicherheit bringt. Heute ist der Erhalt der erkrankten Brust ohne erhöhtes Sicherheitsrisiko für die Patientin möglich, wenn der Krebs operativ vollständig entfernt und die Brust bestrahlt wurde.                                                                                Eine Strahlentherapie wird auch nach Brustamputation empfohlen, wenn ein erhöhtes Rückfallrisiko erwartet wird (lokal fortgeschrittene Tumore, keine befriedigende Tumorentfernung im Gesunden, ausgedehnter Lymphknotenbefall). Informieren Sie sich hier über unsere Strahlentherapie.
  • Wächterlymphknotentechnik: Zur Abklärung, ob ein bösartiger Tumor in die Lymphknoten gestreut hat, ist es zudem notwendig, auch die Lymphknoten der Achselhöhle zu operieren. Die Wächterlymphknotentechnik ermöglicht es, gegebenenfalls die Entfernung auf nur noch einzelne Lymphknoten zu begrenzen. Die Lymphknoten (Filterstationen) in der Achselhöhle reinigen das abfließende Gewebewasser aus der Brust. Die ersten Lymphknoten, über die die Flüssigkeit aus der Brust fließt, sind die sogenannten Wächterlymphknoten (englisch: sentinel lymph node). Sie "wachen" also gewissermaßen über die anderen nachfolgenden Lymphknoten in der Achselhöhle. Die Wächterlymphknoten werden entfernt. Bei Tumorfreiheit, kann auf die weitere Entfernung von Lymphknoten verzichtet werden.
  • Brustrekonstruktion: Ist eine Brusterhaltung nicht möglich, so bestehen verschiedene Möglichkeiten, durch Prothesen oder Eigengewebe in Form von Brustrekonstruktionen das äußerliche Erscheinungsbild wiederherzustellen. Informieren Sie sich hier über die Möglichkeiten der Brustrekonstruktion.

 Systemische Therapien - Schutz vor Fernmetastasen

Auf der Basis des untersuchten Tumorgewebes wird entschieden, mit welchen zusätzlichen Schritten einem Wiederauftreten des Krebses durch Tochtergeschwülste (Metastasen) vorgebeugt werden kann. Bei Nachweis eines invasiv wachsenden Brustkrebses besteht, oft auch in geringem Maße, das Risiko einer Fernabsiedlung in andere Organe (Fernmetastasen). Deshalb wird bei den meisten Frauen mit Brustkrebs unterstützend (adjuvant) eine systemische Therapie durchgeführt. Diese Therapie wird für jede Patientin individuell zusammengestellt. Ausschlaggebend ist dabei die Risikoeinschätzung, die auf den Ergebnissen aller Untersuchungen und der Analyse des Pathologen am entnommenen Gewebe aufbaut. Natürlich werden auch das Alter und der Gesundheitszustand der Patientin berücksichtigt. Durch präzisere feingewebliche Untersuchungsmethoden ist es möglich geworden, die von einem Brustkrebs ausgehende Gefahr noch genauer einzuschätzen und so eine individualisierte, auf die Bedürfnisse der einzelnen Patientin abgestimmte Therapie zu bestimmen. So können Hormon-, Chemo- und Immuntherapien einzeln oder kombiniert eingesetzt werden.

Sie sehen anhand dieser Aufzählung, dass bei Brustkrebs viele Therapieprinzipien miteinander kombiniert werden, die auf unterschiedlichen Wegen und mit verschiedenen Wirkprinzipien alle das Ziel haben, das Wiederauftreten der Erkrankung zu verhindern.

Welche Therapie für Sie persönlich die größten Heilungschancen bringt, wird Ihr Behandlungsteam ausführlich mit Ihnen besprechen.


Komplementäre Therapien

Es gibt neben der Operation, Chemo- und Strahlentherapie eine Vielzahl an komplementären Behandlungen als Ergänzung zu den schulmedizinischen Therapien. Naturheilkundliche Verfahren gerade in Hinblick auf Naturheilkunde und integrative Onkolgie, bieten wir im Hause an. Sprechen Sie uns hierzu gerne an.


Psychotherapie

Eine Psychotherapie kann Ihnen dabei helfen, die großen physischen und psychischen Belastungen, die eine Krebserkrankung mit sich bringt, besser zu bewältigen. Unsere Psychoonkologin wird Sie im stationären Verlauf besuchen, bei Bedarf ist auch ein vorheriger Kontaktaufbau möglich.

Zeitlicher Ablauf Ihrer Behandlung

Wir möchten Ihnen einen Überblick über die organisatorischen und zeitlichen Abläufe in unserem Brustzentrum geben, damit Sie sich individuell vorbereiten und entsprechend planen können. In einzelnen Fällen kann es aber zu Abweichungen oder zeitlichen Verschiebungen kommen.


Erstvorstellung im Brustkrebszentrum / Diagnostik

Die Anmeldung im Brustzentrum erfolgt über das Sekretariat. Eine Terminvereinbarung zur Erstvorstellung ist nach telefonischer Absprache innerhalb von ein bis drei Tagen gewährleistet.

In vielen Fällen ist die Diagnose eines Mammakarzinoms schon von außerhalb durch eine Gewebeprobe (Stanzbiopsie) gesichert worden. Sollte dies nicht der Fall sein, führen wir bei der Erstvorstellung zur Abklärung von auffälligen Befunden eine Stanzbiopsie nach Aufklärung unter Ultraschallkontrolle durch. Dieser Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Sie können direkt danach das Krankenhaus wieder verlassen. Bei unklaren Veränderungen in der Mammografie (zum Beispiel Mikrokalk) sollte eine mammografisch gesteuerte Saugbiopsie (stereotaktische Vakuumbiopsie/Mammotome-Biopsie) nach Terminvereinbarung erfolgen. Das Ergebnis der Stanzbiopsie/Vakuumbiopsie liegt innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen, bei speziellen Zusatzuntersuchungen (sogenannten Rezeptoren) nach zwei bis drei Tagen vor. Die Diagnose teilen wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch in unserer Brustsprechstunde oder nach Absprache auch telefonisch mit.


Präoperative Therapieplanung

Bei einem durch Biopsie gesicherten Mammakarzinom wird in unserer interdisziplinären Live-Video-Fallkonferenz (Mittwochnachmittag) individuell für jede Patientin eine Therapieempfehlung festgelegt. Bei Ihrem nächsten Sprechstundentermin besprechen wir mit Ihnen sämtliche Ergebnisse und Therapievorschläge der Fallkonferenz. Das Protokoll leiten wir direkt an Ihren einweisenden Arzt weiter.


Operation

In den meisten Fällen ist zur Primärbehandlung bei Brustkrebs zuerst eine Operation erforderlich.

Ein Termin zur stationären Aufnahme kann direkt für die folgende Woche nach der Fallkonferenz vereinbart werden. Dazu müssen Sie Ihren Versicherungsstatus – besonders bei einer Zusatzversicherung (beispielsweise Einbettzimmer, Chefarztwahl) – gegebenenfalls mit Ihrer Krankenversicherung klären und bei der Anmeldung zur Aufnahme im Sekretariat des Brustkrebszentrums angeben.


Der Tag vor der Operation

Die stationäre Aufnahme erfolgt am Tag vor der Brustoperation über die Verwaltung im Eingangsbereich des Krankenhauses.

Am Tag der Aufnahme werden in der Regel alle, für die Operation erforderlichen umfangreichen Untersuchungen (Blutentnahmen, EKG, Röntgen, Lymphszintigrafie und so weiter) durchgeführt. Während Ihrer Vorstellung beim Anaesthesisten (Prämedikation) werden alle Einzelheiten Ihrer geplanten Narkose besprochen. Bitte denken Sie daran, dass alle gerinnungshemmenden Medikamente (Marcumar, Plavix, Aspirin und andere) oder Metformin bei Diabetes in Absprache mit Ihren behandelnden Ärzten rechtzeitig abgesetzt oder umgestellt werden müssen, da sonst die Operation nicht durchgeführt werden kann. Bitte bringen Sie zur Aufnahme alle für Ihre Behandlung erforderlichen medizinischen Unterlagen (Röntgenbilder, CDs, schriftliche Befunde, Laborwerte) mit.

Neben der Operation des Brusttumors ist auch eine Untersuchung des Lymphabflußgebietes, in den meisten Fällen durch eine Wächterlymphknoten-Biopsie, erforderlich. Dazu wird an zwei Tagen in der Woche (Montag und Mittwoch) präoperativ eine Lymphszintigraphie mit einer gering radioaktiven Substanz in der Nuklearmedizin nach vorheriger Umspritzung des Tumors durchgeführt. Die Operation erfolgt dann jeweils am folgenden Tag.

Wenn keine Wächterlymphknoten-Biopsie vorgesehen ist, können Brustoperationen an jedem Werktag geplant werden. Der operative Eingriff wird durch einen Brustoperateur am Tag vor der Operation mit Ihnen ausführlich besprochen. Die individuelle Schnittführung für die Operation wird an der Brust angezeichnet und fotodokumentiert. Wenn erforderlich, kann im Rahmen der Erstoperation vor einer Chemotherapie eine Portanlage - gegebenenfalls auch nur eine Portanlage -  durch die Chirurgen unseres Krankenhauses erfolgen.

Sollte bei Ihnen zunächst nur eine Entfernung des Wächterlymphknoten erfolgen, weil sie vor der Brustoperation eine Chemotherapie machen müssen, werden Sie erst am eigentlichen OP-Tag stationär aufgenommen, die Vorbereitungen zur Operation erfolgen dann im Vorfeld ambulant in unserer Sprechstunde und die radioaktive Markierung am Morgen des OP-Tages.


Der Tag der Operation

Am Tag der Operation müssen Sie nüchtern sein. Sie dürfen sechs Stunden vor der Operation keine festen Speisen mehr zu sich nehmen. Sie dürfen aber bis zu zwei Stunden vor dem Eingriff noch ein kleines Glas Wasser trinken und auch eine Tablette einnehmen. Je nach OP-Plan sollten Sie sich darauf einstellen, dass Ihre Operation eventuell auch erst später beginnt. Kurz vor der Operation erhalten Sie eine Beruhigungstablette. Vor dem Transport in den OP ziehen Sie bitte unsere spezielle OP-Kleidung an. Bitte vergessen Sie nicht, einen BH ohne Bügel (beispielsweise einen Sport-BH) mitzubringen, den Sie postoperativ tragen sollten. Nach der Operation werden Sie im Aufwachraum überwacht, bis Ihr Kreislauf stabil ist. Danach erfolgt der Rücktransport auf Ihre Station. Dort können Sie auch Ihre Angehörigen nach Anmeldung über die Stationsleitung empfangen. Eine postoperative Wundkontrolle und die Information über das Ergebnis der Operation erfolgt durch Ihre/n Stationsärztin/arzt und Ihren Brustoperateur. Sie dürfen im Allgemeinen zwei bis vier Stunden nach der Operation etwas trinken und später auch essen. Stehen Sie bitte nach der Operation nicht alleine auf,  sondern rufen Sie unser Pflegepersonal.


Postoperative Therapieplanung

Zur Therapieplanung nach der Operation muss das endgültige Ergebnis sämtlicher feingeweblicher Untersuchungen sowie der „Staging“-Untersuchungen (Röntgenaufnahme der Lunge, Ultraschall Leber, Knochenszintigraphie, eventuell CT oder MRT, Tumormarker) vorliegen. Nach Ihrer stationären Entlassung wird die weitere Therapie erneut im Rahmen unserer postoperativen Fallkonferenz (Mittwochnachmittag) interdisziplinär festgelegt und mit Ihnen in der onkologischen Sprechstunde (Freitag) besprochen. Der Therapievorschlag der Fallkonferenz entspricht den jeweils aktuell gültigen Leitlinien und berücksichtigt mögliche Begleiterkrankungen und Ihre individuelle Situation. Natürlich steht es Ihnen frei, eine zweite Meinung einzuholen oder eine vorgeschlagene Therapie abzulehnen. Sämtliche Protokolle und Unterlagen werden Ihnen direkt zur Verfügung gestellt. Gesetzlich versicherte Patientinnen beraten wir über die Teilnahme am Disease-Management-Programm – Mammakarzinom – (DMP) der Krankenkassen. Wir können direkt für Sie die Ersteinschreibung vornehmen.


Chemotherapie

Abhängig von der individuellen Tumorbiologie empfiehlt die praeoperative Fallkonferenz gegebenenfalls die Durchführung einer neoadjuvanten Chemotherapie vor der Operation. In vielen Fällen lassen sich dadurch größere Tumore verkleinern und man kann direkt das Ansprechen des Tumors auf eine spezielle Chemotherapie beurteilen. In diesen Fällen raten wir zur Teilnahme an einer Studie, die wir in der Onkologischen Gemeinschaftspraxis am Bethanien-Krankenhaus durchführen. Falls Sie sich gegen die Teilnahme an einer Studie entscheiden, wird eine entsprechende Chemotherapie in unserer onkologischen Tagesklinik im St. Elisabethen-Krankenhaus durchgeführt. Die Dauer der präoperativen Chemotherapie beträgt etwa vier bis fünf Monate. Die Operation erfolgt dann erst drei bis fünf Wochen nach der letzten Chemotherapie. Wird die Durchführung einer adjuvanten Chemotherapie nach der Operation geplant, sollte die Therapie bei guter Wundheilung innerhalb vier Wochen nach der Operation beginnen. Auch hier bieten wir die Teilnahme an Studien an (siehe oben).
Ausführliche Informationen zu Indikationen sowie Wirkungen und Nebenwirkungen der Chemotherapie erhalten Sie über unsere Ärztinnen und Ärzte und die Onkologieschwestern der Station 11 (ambulante Chemotherapie). Zur Durchführung einer ambulanten Chemotherapie im St. Elisabethen-Krankenhaus benötigen gesetzlich versicherte Patientinnen eine spezielle Überweisung durch Ihren Hausarzt oder Frauenarzt (§ 116b).


Strahlentherapie

Die Strahlentherapie beginnt bei abgeschlossener Wundheilung etwa vier bis sechs Wochen nach der Operation. Dazu erfolgt nach Terminvereinbarung ein Vorstellungsgespräch in der Strahlentherapie zur Aufklärung und Planung der Bestrahlung (Planungs-CT). Nach einer brusterhaltenden Therapie beträgt die Bestrahlungsdauer sechs bis sieben Wochen (Montag bis Freitag, Wochenenden/Feiertage ausgenommen) Die Bestrahlung selbst dauert nach Einstellung der Strahlenquelle täglich nur zwischen ein bis zwei Minuten. Grundsätzlich können Sie während dieser Zeit krankgeschrieben werden. Individuell ist es aufgrund der genauen Terminvereinbarung und der relativ geringen körperlichen Beeinträchtigung durch die Strahlentherapie aber durchaus möglich, dass Sie Ihren beruflichen Aktivitäten nachgehen.

Die Strahlentherapie soll nicht unterbrochen werden (zum Beispiel  durch Urlaub). Ist eine postoperative Chemotherapie erforderlich, beginnt die Strahlentherapie erst etwa vier bis sechs Wochen nach der letzten Chemotherapie. Grundsätzlich ist die Durchführung einer Strahlentherapie auch in anderen Kliniken (etwa wohnortnah) möglich, wenngleich die Therapie „unter einem Dach“ im Brustkrebszentrum aufgrund der kurzen Wege und der interdisziplinären Kontakte allgemein für die Patientinnen von Vorteil ist.


Antihormonelle Therapie

Bei hormonabhängigen Tumoren wird eine anti-hormonelle Therapie zur Unterdrückung der körpereigenen Östrogenproduktion empfohlen. Wenn Sie noch Ihre Periode haben, erfolgt in speziellen Fällen die therapeutische Einleitung der Wechseljahre durch eine monatliche oder dreimonatliche Injektionsbehandlung (zwei Jahre) in Kombination mit einer Tabletteneinnahme (bis zu zehn Jahre/einmal täglich). Nach den Wechseljahren ist eine alleinige Tabletteneinnahme (mindestens fünf Jahre/einmal täglich) indiziert. Die Therapie beginnt direkt nach der Operation parallel zur Strahlentherapie. Wenn postoperativ eine Chemotherapie durchgeführt wird, darf die antihormonelle Therapie erst nach Ende der Chemotherapie begonnen werden.


Bisphosphonat-Therapie

In speziellen Fällen wird durch die Fallkonferenz eine „adjuvante“ Bisphosphonat-Therapie empfohlen. Dazu erhalten Sie alle sechs Monate einen Termin auf der Station 11 zur Durchführung einer ambulanten Kurzinfusion. (Überweisung nach § 116b erforderlich, siehe oben).


Antikörpertherapie

Bei entsprechender Tumorbiologie (positiver Her-2 neu - Status) wird eine spezielle Antikörpertherapie (Herceptin) für ein Jahr empfohlen. Dazu erhalten Sie alle drei Wochen einen Termin auf der Station 11 zur Durchführung einer ambulanten Kurzinfusion (Überweisung nach § 116 b erforderlich, siehe oben).

Onkologische Tagesklinik

Unsere onkologische Tagesklinik wird interdisziplinär belegt.

Ziel ist es, unseren Patienten den Komfort einer stationären Behandlung zu bieten mit der Möglichkeit, abends wieder nach Hause zu gehen. Patienten erhalten hier Chemotherapien und Infusionstherapien. Auch Nachsorgeuntersuchungen können über die Tagesklinik organisiert werden. Bei Bedarf kann eine psychoonkologische Betreuung durch eine fest angestellte Psychologin durchgeführt werde. So erhalten Sie die Therapie bei der schweren Diagnose "Brustkrebs" mit vertrauten Ansprechpartnern und in eienr bekannten Umgebung aus einer Hand.

Palliativbereich

"Pallium" ist das lateinische Wort für Mantel.  Die Palliativstation ist ein besonderer „geschützter Raum“ für die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren Erkrankung mit schwerwiegenden Symptomen, die einer Krankenhausbehandlung bedürfen. Im Vordergrund steht eine Verbesserung der Lebensqualität.

Der Behandlungsansatz  des multiprofessionellen Team ist ganzheitlich. Einer pflegerischen, psychologischen, sozialen und spirituellen Begleitung  kommt  neben der  medizinischen Betreuung  eine wichtige Bedeutung zu.
Die palliative Behandlung schließt neben einer Schmerztherapie die individuelle Behandlung weiterer Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Atemnot, Schwäche und Angstzustände u.w. mit ein.

Die Patienten werden darin unterstützt, so aktiv und selbstbestimmt wie möglich auch mit einer schweren Erkrankung leben zu können. Zugleich werden die Angehörigen unserer Patienten ebenso begleitet und unterstützt.

Kooperationspartner

Internistische Onkologie extern

Centrum für Hämatologie und Onkologie Bethanien
Herr Prof. Dr. med. Hans Tesch
Herr PD Dr. med. Ralf Grunewald
Herr Prof. Dr. med. Wolfgang Knauf
Herr Dr. med. Jochen Breuer
Herr Dr. med. Christian Johannes Schmitt
Frau Dr. med. Martina Sterner
www.onkologie-bethanien.de

Pathologie

Gemeinschaftspraxis für Pathologie (OptiPath MVZ für Pathologie Frankfurt/Main)
Prof. Dr. med. Sebastian Aulmann
Prof. Dr. med. Marc-Oliver Riener
Dr. med. Katja Technau-Ihling
Dr. med. Manuel Niederhagen
Dr. med. Alexandra Glaser
www.pathologie-frankfurt.de

Institut für Pathologie Universitätsklinik Frankfurt/Main
Leitung: Professor Dr. med. Peter J. Wild
www.uni-ffm.de

Nuklearmedizin

MVZ Radiologie Sachsenhausen GmbH
Dr. med. Uwe Berner
Schulstraße 31
60594 Frankfurt am Main

Mammographie-Screening

Brustzentrum Turmcarrée
Frau Dr. med. Kerstin Engelmann und Frau Dr. med. Bettina Bauer
Bleichstraße 55
60313 Frankfurt
Telefon: 069/247 547 00
www.brustzentrum-turmcare.de

Plastische Chirurgie

Praxis für Plastische Chirurgie
Dr. med. Gisbert Holle
Oeder Weg 2 – 4
60318 Frankfurt/Main
www.plastische-chirurgie-ffm.de

Praxis für Plastische Chirurgie Just & Peek
Dr. Alberto Peek
Schulstraße 5
60594 Frankfurt/Main
www.just-peek.de

Sanitätshaus

Sanitätshaus Pauli GmbH & Co KG
Leitung: Herr Pauli
www.sanitaetshaus-pauli.de

Genetik

Frauenarztpraxis am Rotkreuz Krankenhaus Frankfurt/Main
Leitung: Dr. med. A. Barth
www.frauenarzt-barth.de

Radiologie

RNS Gemeinschaftspraxis Wiesbaden
Standort St. Elisabethen-Krankenhaus
Prof. Dr. med. univ. Thomas Lehnert
Ginnheimer Straße 3
60487 Frankfurt
www.rns-wiesbaden.de

 

Selbsthilfe

Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. - Gruppe Frankfurt
Regelmäßige Treffen jeden 2. und 4. Montag um 17 Uhr
Ort: Fürstenbergerstr. 27, 60320 Frankfurt
Leitung: Frau Renate Lochner
Telefon: 069 47885550

Ergänzende Leistungen und Angebote
  • Betreuung durch Brustfachschwestern (Breast Care Nurse)
  • Psychoonkologische Betreuung (ambulant und stationär)
  • Spezielle Physiotherapie
  • Sozialdienst (AHB)
  • Patientenseminare (monatlich)
  • Wöchentliche interdisziplinäre Tumorkonferenzen
  • Palliativstation im Haus
  • Zertifiziertes Brustkrebszentrum (DKG/DGS)
  • Kooperierende DMP-Klinik (Disease Management Programme Mammakarzinom)
Sprechstunden Brustkrebszentrum

Präoperative Sprechstunde
Montag und Mittwoch 8 bis 14 Uhr (bei Bedarf täglich)

Postoperative Sprechstunde
Freitag 8 bis 14 Uhr

Kurzfristig sind Termine nach Vereinbarung auch an anderen Terminen möglich.
 

Kontakt

Brustkrebszentrum, Frauenklinik
St. Elisabethen-Krankenhaus
Ginnheimer Straße 3
60487 Frankfurt

E-Mail: brustzentrum-frankfurt@artemed.de

Telefonische Anmeldung Brust-Sprechstunde
Telefon: 069 7939-1242 (Sekretariat Frauenklinik)
Fax: 069 7939-1380

Telefonische Anmeldung Sprechstunde Dr. Müller
Telefon: 069 7939-1241 (Sekretariat Frau Böttcher)

 

Gesundheitsforum der Frauenklinik

Um Diagnose, Therapie und Vorbeugung rund um das Thema Brustkrebs aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln für Sie zu beleuchten, haben wir ein spezielles Informationsprogramm zusammengestellt, im Rahmen dessen wir Sie monatlich zu interessanten Vorträgen einladen möchten.

Das genaue Programm finden Sie hier.