St. Elisabethen - Krankenhaus Frankfurt/Main
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Historie


Wurzeln, aus denen wir kommen: Katharina Kasper


Ordensgründerin Katharina Kasper (1820 - 1898):
Dasein für Gott – Option für die Armen

Katharina Kasper wird am 26. Mai 1820 als eines von acht Kindern der Eheleute Heinrich und Katharina Kasper geboren. Als der Vater im Jahre 1842 stirbt, muss das Elternhaus in Dernbach versteigert werden, und Katharina Kasper verdingt sich als Tagelöhnerin in der Landwirtschaft. In diesem Jahr gründet sie einen religiösen Verein und sammelt Gleichgesinnte um sich. Sie verbindet die gemeinsame Sorge um Kranke und Alte, um Waisen und Benachteiligte und diejenigen, die die Industrialisierung im 19. Jahrhundert entwurzelt und heimatlos macht.

Katharinas zupackende Art, die nicht viele Worte macht, steckt an. Anfangs von vielen mitleidig belächelt, gewinnt sie rasch die Achtung ihrer Umwelt. 1848 erfolgt der Bau des ersten Hauses.

Am 15. August 1851 schlägt die Geburtsstunde der Armen Dienstmägde Jesu Christi. In der Pfarrkirche von Wirges werden Katharina Kasper und vier ihrer Gefährtinnen eingekleidet. Sie geloben, arm, ehelos und gehorsam zu leben. Rasch stoßen weitere junge Frauen hinzu. Die Gemeinschaft wächst schnell. 1854 entsteht die erste Niederlassung in Bad Camberg. Im Dezember 1859 machen sich die ersten Schwestern auf den Weg nach Holland.

Erziehung sowie schulische und berufliche Ausbildung werden schnell zu einem Schwerpunkt der Arbeit der Gemeinschaft. Bereits 1854 wird in Dernbach eine Schule für die Kinder und Jugendlichen eingerichtet, die als Waisenkinder bei den Schwestern leben. Ab 1858 werden Schwestern zu Lehrerinnen ausgebildet.

Im Juli 1871, nachdem die Gemeinschaft die päpstliche Bestätigung bekommen hat, wird Katharina Kasper auf dem ersten Generalkapitel der Gemeinschaft zur Generaloberin gewählt. Mit dem Kulturkampf steht die erste große Bewährungsprobe ins Haus. Ab 1873 müssen die Konfessionsschulen schließen, 1875 folgt das sogenannte Klostergesetz, das alle Orden mit Ausnahme der krankenpflegenden Gemeinschaften verbietet.

Dies ist ein herber Schlag für die Gemeinschaft, die sich in dieser Zeit verstärkt auf die Kranken- und Altenpflege konzentriert und neue Wege einschlägt; die schulischen Aktivitäten werden nach Holland verlagert, die ersten Schwestern nach England und nach Böhmen entsandt.

Als Katharina Kasper am 2. Februar 1898 stirbt, zählt die Gemeinschaft 1.725 Schwestern in 193 Niederlassungen. Und sie wächst kontinuierlich weiter. Das Beispiel, das Katharina Kasper und ihre Mitschwestern geben, ihr Dasein für Gott, das sich in ihrem Einsatz für die Armen ausdrückt, zieht an. So zählt die Gemeinschaft Anfang der 30er Jahre 4.346 Schwestern in 341 Niederlassungen. – Die absolute Hoch-Zeit der Armen Dienstmägde Jesu Christi.

Heute sind es noch knapp 900 Schwestern, die in Deutschland, USA, Niederlande, Indien, England, Mexiko, Brasilien und Kenia selbstlose Hilfe gegen Egoismus und Gleichgültigkeit setzen. In der Obdachlosenarbeit wie in der Aids-Hilfe, in der Zuwendung zu Leprakranken, mit einer Suppenküche für die Armen, mit solidarischer Frauenarbeit – die Liste der Tätigkeitsfelder ist lang. Ein Engagement, das an die Ursprünge der Gemeinschaft bewusst anknüpfen und etwas vermitteln und spüren lassen will von der Liebe, mit der Katharina Kasper auf die Menschen zuging.

Katharina Kasper, eine der großen Frauengestalten des 19. Jahrhunderts, wurde am 16. April 1978 von Papst Paul Vl. seliggesprochen. Sie war eine gleichermaßen emanzipierte wie bescheidene Frau, die sich vorbehaltlos auf das einließ, was sie als von Gott gewollt erkannte und konsequent ihren Weg ging.