Zeitlicher Ablauf Ihrer Behandlung

Wir möchten Ihnen einen Überblick über die organisatorischen und zeitlichen Abläufe in unserem Brustzentrum geben, damit Sie sich individuell vorbereiten und entsprechend planen können. In einzelnen Fällen kann es aber zu Abweichungen oder zeitlichen Verschiebungen kommen.

Erstvorstellung im Brustkrebszentrum / Diagnostik

Die Anmeldung im Brustzentrum erfolgt über das Sekretariat. Eine Terminvereinbarung zur Erstvorstellung ist nach telefonischer Absprache innerhalb von ein bis drei Tagen gewährleistet.

In vielen Fällen ist die Diagnose eines Mammakarzinoms schon von außerhalb durch eine Gewebeprobe (Stanzbiopsie) gesichert worden. Sollte dies nicht der Fall sein, führen wir bei der Erstvorstellung zur Abklärung von auffälligen Befunden eine Stanzbiopsie nach Aufklärung unter Ultraschallkontrolle durch. Dieser Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung. Sie können direkt danach das Krankenhaus wieder verlassen. Bei unklaren Veränderungen in der Mammografie (zum Beispiel Mikrokalk) sollte eine mammografisch gesteuerte Saugbiopsie (stereotaktische Vakuumbiopsie/Mammotome-Biopsie) nach Terminvereinbarung erfolgen. Das Ergebnis der Stanzbiopsie/Vakuumbiopsie liegt innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen, bei speziellen Zusatzuntersuchungen (sogenannten Rezeptoren) nach zwei bis drei Tagen vor. Die Diagnose teilen wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch in unserer Brustsprechstunde oder nach Absprache auch telefonisch mit.

Präoperative Therapieplanung

Bei einem durch Biopsie gesicherten Mammakarzinom wird in unserer interdisziplinären Live-Video-Fallkonferenz (Mittwochnachmittag) individuell für jede Patientin eine Therapieempfehlung festgelegt. Bei Ihrem nächsten Sprechstundentermin besprechen wir mit Ihnen sämtliche Ergebnisse und Therapievorschläge der Fallkonferenz. Das Protokoll leiten wir direkt an Ihren einweisenden Arzt weiter.

Operation

In den meisten Fällen ist zur Primärbehandlung bei Brustkrebs zuerst eine Operation erforderlich.

Ein Termin zur stationären Aufnahme kann direkt für die folgende Woche nach der Fallkonferenz vereinbart werden. Dazu müssen Sie Ihren Versicherungsstatus – besonders bei einer Zusatzversicherung (beispielsweise Einbettzimmer, Chefarztwahl) – gegebenenfalls mit Ihrer Krankenversicherung klären und bei der Anmeldung zur Aufnahme im Sekretariat des Brustkrebszentrums angeben.

Der Tag vor der Operation

Vor Brustoperationen erfolgt die stationäre Aufnahme über die Verwaltung im Eingangsbereich des Krankenhauses am Tag vor der Operation.

Am Tag der Aufnahme werden in der Regel alle, für die Operation erforderlichen umfangreichen Untersuchungen (Blutentnahmen, EKG, Röntgen, Lymphszintigrafie und so weiter) durchgeführt. Während Ihrer Vorstellung beim Anaesthesisten (Prämedikation) werden alle Einzelheiten Ihrer geplanten Narkose besprochen. Bitte denken Sie daran, dass alle gerinnungshemmenden Medikamente (Marcumar, Plavix, Aspirin und andere) oder Metformin bei Diabetes in Absprache mit Ihren behandelnden Ärzten rechtzeitig abgesetzt oder umgestellt werden müssen, da sonst die Operation nicht durchgeführt werden kann. Bitte bringen Sie zur Aufnahme alle für Ihre Behandlung erforderlichen medizinischen Unterlagen (Röntgenbilder, CDs, schriftliche Befunde, Laborwerte) mit.

Neben der Operation des Brusttumors ist auch eine Untersuchung des Lymphabflußgebietes, in den meisten Fällen durch eine Wächterlymphknoten-Biopsie, erforderlich. Dazu wird an zwei Tagen in der Woche (Montag und Mittwoch) präoperativ eine Lymphszintigraphie mit einer gering radioaktiven Substanz in der Nuklearmedizin nach vorheriger Umspritzung des Tumors durchgeführt. Die Operation erfolgt dann jeweils am folgenden Tag.

Wenn keine Wächterlymphknoten-Biopsie vorgesehen ist, können Brustoperationen an jedem Werktag geplant werden. Der operative Eingriff wird durch einen Brustoperateur am Tag vor der Operation mit Ihnen ausführlich besprochen. Die individuelle Schnittführung für die Operation wird an der Brust angezeichnet und fotodokumentiert. Wenn erforderlich, kann im Rahmen der Erstoperation vor einer Chemotherapie eine Portanlage - gegebenenfalls auch nur eine Portanlage -  durch die Chirurgen unseres Krankenhauses erfolgen. 

Sollte bei Ihnen zunächst nur eine Entfernung des Wächterlymphknoten erfolgen, weil sie vor der Brustoperation eine Chemotherapie machen müssen, werden Sie erst am eigentlichen OP-Tag stationär aufgenommen, die Vorbereitungen zur Operation erfolgen dann im Vorfeld ambulant in unserer Sprechstunde und die radioaktive Markierung am Morgen des OP-Tages.

Der Tag der Operation

Am Tag der Operation müssen Sie nüchtern sein. Sie dürfen sechs Stunden vor der Operation keine festen Speisen mehr zu sich nehmen. Sie dürfen aber bis zu zwei Stunden vor dem Eingriff noch ein kleines Glas Wasser trinken und auch eine Tablette einnehmen. Je nach OP-Plan sollten Sie sich darauf einstellen, dass Ihre Operation eventuell auch erst später beginnt. Kurz vor der Operation erhalten Sie eine Beruhigungstablette. Vor dem Transport in den OP ziehen Sie bitte unsere spezielle OP-Kleidung an. Bitte vergessen Sie nicht, einen BH ohne Bügel (beispielsweise einen Sport-BH) mitzubringen, den Sie postoperativ tragen sollten. Nach der Operation werden Sie im Aufwachraum überwacht, bis Ihr Kreislauf stabil ist. Danach erfolgt der Rücktransport auf Ihre Station. Dort können Sie auch Ihre Angehörigen nach Anmeldung über die Stationsleitung empfangen. Eine postoperative Wundkontrolle und die Information über das Ergebnis der Operation erfolgt durch Ihre/n Stationsärztin/arzt und Ihren Brustoperateur. Sie dürfen im Allgemeinen zwei bis vier Stunden nach der Operation etwas trinken und später auch essen. Stehen Sie bitte nach der Operation nicht alleine auf sondern rufen Sie unser Pflegepersonal.

Postoperative Therapieplanung

Zur Therapieplanung nach der Operation muss das endgültige Ergebnis sämtlicher feingeweblicher Untersuchungen sowie der „Staging“-Untersuchungen (Röntgenaufnahme der Lunge, Ultraschall Leber, Knochenszintigraphie, eventuell CT oder MRT, Tumormarker) vorliegen. Nach Ihrer stationären Entlassung wird die weitere Therapie erneut im Rahmen unserer postoperativen Fallkonferenz (Mittwochnachmittag) interdisziplinär festgelegt und mit Ihnen in der onkologischen Sprechstunde (Freitag) besprochen. Der Therapievorschlag der Fallkonferenz entspricht den jeweils aktuell gültigen Leitlinien und berücksichtigt mögliche Begleiterkrankungen und Ihre individuelle Situation. Natürlich steht es Ihnen frei, eine zweite Meinung einzuholen oder eine vorgeschlagene Therapie abzulehnen. Sämtliche Protokolle und Unterlagen werden Ihnen direkt zur Verfügung gestellt. Gesetzlich versicherte Patientinnen beraten wir über die Teilnahme am Disease-Management-Programm – Mammakarzinom – (DMP) der Krankenkassen. Wir können direkt für Sie die Ersteinschreibung vornehmen.

Chemotherapie

Abhängig von der individuellen Tumorbiologie empfiehlt die praeoperative Fallkonferenz gegebenenfalls die Durchführung einer neoadjuvanten Chemotherapie vor der Operation. In vielen Fällen lassen sich dadurch größere Tumore verkleinern und man kann direkt das Ansprechen des Tumors auf eine spezielle Chemotherapie beurteilen. In diesen Fällen raten wir zur Teilnahme an einer Studie, die wir in der Onkologischen Gemeinschaftspraxis am Bethanien-Krankenhaus durchführen. Falls Sie sich gegen die Teilnahme an einer Studie entscheiden, wird eine entsprechende Chemotherapie in unserer onkologischen Tagesklinik im St. Elisabethen-Krankenhaus durchgeführt. Die Dauer der präoperativen Chemotherapie beträgt etwa vier bis fünf Monate. Die Operation erfolgt dann erst drei bis fünf Wochen nach der letzten Chemotherapie. Wird die Durchführung einer adjuvanten Chemotherapie nach der Operation geplant, sollte die Therapie bei guter Wundheilung innerhalb vier Wochen nach der Operation beginnen. Auch hier bieten wir die Teilnahme an Studien an (siehe oben).
Ausführliche Informationen zu Indikationen sowie Wirkungen und Nebenwirkungen der Chemotherapie erhalten Sie über unsere Ärztinnen und Ärzte und die Onkologieschwestern der Station 11 (ambulante Chemotherapie). Zur Durchführung einer ambulanten Chemotherapie im St. Elisabethen-Krankenhaus benötigen gesetzlich versicherte Patientinnen eine spezielle Überweisung durch Ihren Hausarzt oder Frauenarzt (§ 116b).

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie beginnt bei abgeschlossener Wundheilung etwa vier bis sechs Wochen nach der Operation. Dazu erfolgt nach Terminvereinbarung ein Vorstellungsgespräch in der Strahlentherapie zur Aufklärung und Planung der Bestrahlung (Planungs-CT). Nach einer brusterhaltenden Therapie beträgt die Bestrahlungsdauer sechs bis sieben Wochen (Montag bis Freitag, Wochenenden/Feiertage ausgenommen) Die Bestrahlung selbst dauert nach Einstellung der Strahlenquelle täglich nur zwischen ein bis zwei Minuten. Grundsätzlich können Sie während dieser Zeit krankgeschrieben werden. Individuell ist es aufgrund der genauen Terminvereinbarung und der relativ geringen körperlichen Beeinträchtigung durch die Strahlentherapie aber durchaus möglich, dass Sie Ihren beruflichen Aktivitäten nachgehen.

Die Strahlentherapie soll nicht unterbrochen werden (zum Beispiel  durch Urlaub). Ist eine postoperative Chemotherapie erforderlich, beginnt die Strahlentherapie erst etwa vier bis sechs Wochen nach der letzten Chemotherapie. Grundsätzlich ist die Durchführung einer Strahlentherapie auch in anderen Kliniken (etwa wohnortnah) möglich, wenngleich die Therapie „unter einem Dach“ im Brustkrebszentrum aufgrund der kurzen Wege und der interdisziplinären Kontakte allgemein für die Patientinnen von Vorteil ist.

Antihormonelle Therapie

Bei hormonabhängigen Tumoren wird eine anti-hormonelle Therapie zur Unterdrückung der körpereigenen Östrogenproduktion empfohlen. Wenn Sie noch Ihre Periode haben, erfolgt in speziellen Fällen die therapeutische Einleitung der Wechseljahre durch eine monatliche oder dreimonatliche Injektionsbehandlung (zwei Jahre) in Kombination mit einer Tabletteneinnahme (bis zu zehn Jahre/einmal täglich). Nach den Wechseljahren ist eine alleinige Tabletteneinnahme (mindestens fünf Jahre/einmal täglich) indiziert. Die Therapie beginnt direkt nach der Operation parallel zur Strahlentherapie. Wenn postoperativ eine Chemotherapie durchgeführt wird, darf die antihormonelle Therapie erst nach Ende der Chemotherapie begonnen werden.

Bisphosphonat-Therapie

In speziellen Fällen wird durch die Fallkonferenz eine „adjuvante“ Bisphosphonat-Therapie empfohlen. Dazu erhalten Sie alle sechs Monate einen Termin auf der Station 11 zur Durchführung einer ambulanten Kurzinfusion. (Überweisung nach § 116b erforderlich, siehe oben).

Antikörpertherapie

Bei entsprechender Tumorbiologie (positiver Her-2 neu - Status) wird eine spezielle Antikörpertherapie (Herceptin) für ein Jahr empfohlen. Dazu erhalten Sie alle drei Wochen einen Termin auf der Station 11 zur Durchführung einer ambulanten Kurzinfusion (Überweisung nach § 116 b erforderlich, siehe oben).

StandortTelefonE-MailXingFacebookYouTube