Endoskopie

Bronchoskopie

Bronchoskopie bedeutet das Hineinschauen in die Lunge, das heißt in die Bronchien. Dies geschieht entweder durch den Mund oder durch die Nase. Notwendig ist dies bei Erkrankungen der Lunge, bei denen eine Gewebeprobe der Bronchien nötig ist, damit der Pathologe eine Diagnose stellen kann.

In unserer Klinik werden sämtliche etablierten und innovativen Verfahren der invasiven Endoskopie und Bronchoskopie angewendet. Der pneumologische Schwerpunkt, der seit 2001 unter der Leitung von Professor Dr. Joachim Bargon besteht, hat durch die Einführung des endobronchialen Ultraschalls erneut das Spektrum der Pneumologie im St. Elisabethen-Krankenhaus erweitert.

Die thorakalen endoskopischen Untersuchungen in Diagnostik und Therapie stellen einen der Schwerpunkte der Medizinischen Klinik dar. Die Spiegelung des Tracheobronchialsystems erfolgt entweder mit dem starren Instrumentarium oder mit dem flexiblen Fiberbronchoskop.

Die beiden Techniken sind keine konkurrierenden Verfahren, sondern werden je nach Indikation mit der einen oder anderen Indikation durchgeführt. Interventionelle Untersuchungen werden grundsätzlich als Narkosebronchoskopie mit starrem Instrumentarium durchgeführt. Derartige Untersuchungen sind:

  • Fremdkörperentfernung
  • Blutstillung bei Bronchial- / Lungenblutungen
  • Tumorabtragung mittels Laser
  • Aufdehnung (Bougierung) von Verengungen
  • Einbringen tracheobronchialer Platzhalter (Stents) bei gutartigen oder bösartigen Verengungen der großen Atemwege
  • Fistelverklebung

Endobronchialer Ultraschall (EBUS)

Entscheidend für die Prognose und Therapieoption ist es, ob der Tumor in der Lunge operabel ist oder nicht. Dies hängt vom Ausmass der Lymphknotenbeteiligung und den Fernmetastasen ab. Sehr oft sind Lymphknoten im Bereich des Tumors  in der Computertomographie vergrössert, aber man kann nicht sagen, ob dies durch den Tumor verursacht ist. Um das beurteilen zu können, muss man nicht selten eine Mediastinoskopie durchführen, eine Operation mit Entfernung und Untersuchung der Lymphknoten im oberen Brustbereich. Aber auch mit dieser Operation kann man nicht alle Lymphknoten untersuchen, denn manche sind für den Chirurgen nur durch das Eröffnen des Brustkorbs erreichbar.

Um in dieser entscheidenden Frage weiter zu kommen, wurden Verfahren wie der endobronchiale Ultraschall entwickelt. Mit einer an einem Endoskop befestigten Sonde kann man durch die Luftröhre wie bei einer flexiblen Bronchoskoppie (Lungenspiegelung) in die Lunge gehen und dort die Lymphknoten mit Ultraschall ansehen. Diese kann man dann mit einer, durch das Bronchoskop geführten Nadel unter Sicht biopsieren. Durch diese Methode bekommt man mit relativ grosser Sicherheit den Nachweis, ob ein Lymphknoten tumorfrei ist oder nicht.

Diese neue Methode, der sogenannte endobronchiale Ultraschall (EBUS) ist bisher nur in sehr wenigen Zentren etabliert. Im St. Elisabethen-Krankenhaus ist das Gerät, das von Olympus entwickelt wurde, seit November 2005 im Einsatz.

Gastroskopie

Die Gastroskopie (Ösophagogastroduodenoskopie,ÖGD) ermöglicht durch ein flexibles Videoendoskop die direkte Ansicht des Inneren der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarmes. Während der Magenspiegelung, die am nüchternen Patienten unter einer leichten Sedierung (Gabe eines Beruhigungsmittels) durchgeführt wird, kann nicht nur das Innere der oben genannten Organe auf einem Videomonitor beurteilt werden, sondern es können schmerzfrei kleine Gewebeproben (Biopsien) für die mikroskopische Untersuchung oder die Untersuchung auf Helicobacter pylori gewonnen werden. Größere Gewebeproben oder Polypen können mittels Schlinge entfernt werden.

Bei Blutungen in der Speiseröhre, im Magen oder im Zwölffingerdarm kann durch verschiedene Maßnahmen (Unterspritzung, Ligatur, Clip) die Blutung gestillt werden.

Eine Gastroskopie ist anzuraten bei Schluckstörungen, Sodbrennen, immer wiederkehrenden oder anhaltenden Oberbauchbeschwerden, ferner bei chronischen Durchfällen, Magenkrebserkrankungen in der Verwandtschaft sowie zur Abklärung einer Anämie (Blutarmut).

Ernstere Komplikationen bei einer Magenspiegelung treten extrem selten auf. Bei entsprechenden Vorerkrankungen kann es zu Herz-Kreislauf- oder Atmungsproblemen kommen. Der Patient wird während der Magenspiegelung kontinuierlich überwacht (Pulsoxymetrie) und erhält während der Untersuchung eine kontinuierliche Sauerstoffgabe, so dass ernsthafte Probleme praktisch vollständig vermieden werden.

Coloskopie

Die Coloskopie (Darmspieglung) dient der Untersuchung des Dickdarms und meistens auch der letzten Zentimeter des Dünndarms (terminales Ileum), um mit dem fingerdicken, flexiblen Videoendoskop krankhafte Darmveränderungen (Polypen, Divertikel, Entzündungen, Tumore, Verengungen oder Blutungen) zu erkennen. Damit dies möglich ist, muss der Dickdarm durch eine Darmreinigung vollkommen von Stuhl gereinigt sein. Um die Untersuchung angenehmer zu gestalten erhält der Patient ein Beruhigungsmittel (Sedierung), falls erforderlich kann auch eine Kurznarkose durchgeführt werden. Während der Untersuchung wird der Patient kontinuierlich überwacht (Pulsoxymetrie) und es erfolgt zusätzliche Sauerstoffgabe. Die gesamte Untersuchung dauert normalerweise 20 Minuten.

Die Coloskopie führen wir ambulant auch für die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen durch (stationsersetzende Massnahme).

Gründe für die Durchführung einer Darmspiegelung sind:
  • Die Vorsorge-Coloskopie (zur Früherkennung von Darmkrebs)
  • Sichtbares Blut im Stuhl oder positiver Test auf verborgenes Blut im Stuhl
  • Teerstuhl bei unauffälliger Magenspiegelung
  • Blutarmut (Anämie) unklarer Ursache
  • V.a. eine entzündliche Darmerkrankung
  • V.a. eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung
  • Unklare Bauchbeschwerden/unklare Stuhlgangsveränderungen
  • Kontrolle nach Darmkrebstherapie.

Während der Coloskopie können schmerzfrei Gewebeproben für die mikroskopische Untersuchung entnommen, Polypen entfernt und Stenosen (Verengungen) mit einem Ballon gedehnt werden. Blutungen können durch Einspritzen von Medikamenten, durch Clips oder durch Hitze (Koagulation) gestillt werden.

Ösophagusdilatation und Ösophagus-Stents

Stenosen (Verengungen) in der Speiseröhre können auf dem Boden chronisch entzündlicher Veränderungen, durch Geschwülste oder durch Fehlinnervation entstehen.

Diese Stenosen können mit einem aufblasbaren Polyethylenballon oder mit konisch zulaufenden PVC-Bougies (Dehnungsstifte) unterschiedlicher Dicke geweitet (dilatiert) werden. Diese Maßnahmen müssen meistens mehrfach – in ein- bis zwei-wöchentlichem Abstand wiederholt werden – gegebenenfalls ist auch nach erfolgreicher Dilatation die Einbringung eines Ösophagus-Stents erforderlich.

ERCP (Endoskopische retrograde Cholangio-Pankreatikographie)

ERCP ist eine Röntgenuntersuchung mit Hilfe von Röntgen-Kontrastmitteln und einem Spezialendoskop, das mit einer Seitblickoptik ausgestattet ist. Diese Untersuchung dient der Darstellung der Gallengänge (cholangio), der Gallenblase und des Bauchspeichel-Drüsengang-Systems (pankreatiko).

Wie funktioniert die ERCP?

Mit Hilfe eines flexiblen Spezialendoskops gelangt der Arzt in den Zwölffingerdarm bis zur Mündung des Ausführungsganges von Galle und Pankreas. Ein Endoskop ist ein schlauchförmiges optisches Instrument, es besitzt Spül- und Absaugvorrichtungen sowie einen Arbeitskanal zum Einführen spezieller chirurgischer Instrumente. Die Optik des Endoskops kann über eine Kamera mit einem Monitor verbunden werden.

Hat der Arzt die Mündung des Gallenganges und Bauchspeichel-Drüsenganges mit dem Endoskop erreicht, füllt er diesen unter Röntgenkontrolle mit Röntgen-Kontrastmittel auf. Hierdurch stellen sich das Gallengangssytem und das Pankreasgangsystem auf dem Röntgenbild dar. Während der ERCP kann der Arzt auch kleinere operative Eingriffe vornehmen. Dazu führt er über die Arbeitskanäle des Endoskops spezielle Instrumente ein, beispielsweise eine Zange oder auch Schneideinstrumente. Er kann nun Gewebeproben (Biopsien) entnehmen. Falls es notwendig ist, kann er auch die Mündung der Gangsysteme durch einen Schnitt erweitern (Papillotomie). Darüber hinaus ist mit Hilfe einer ERCP die Entfernung von im Gallengang liegender Gallensteine möglich, oder das Einsetzen eines Stents in einen der Ausführungsgänge. Ein Stent ist ein Röhrchen, das dazu dient, den, etwa durch einen Tumor oder eine Vernarbung verengten Gang, offen zu halten, damit die Galle abfließen kann.

Wozu dient die ERCP?

Mit der ERCP kann der Arzt Veränderungen der Gallenwege und Bauchspeichel-Drüsengänge feststellen.

Bei Verdacht auf folgende Erkrankungen ist eine ERCP sinnvoll:

  • Gallengangssteine
  • Tumore der Mündung der Ausführungsgänge (Papille) oder der Gallengänge
  • Entzündliche Verengung der Gallengänge
  • Chronische Bauchspeicheldrüsen-Entzündung
  • Tumor der Bauchspeicheldrüse
  • Zysten der Bauchspeicheldrüse
Welche Komplikationen können bei der ERCP auftreten?

Da der Arzt eine Kurznarkose durchführt, bestehen für den Patienten die allgemeinen Narkoserisiken. Nach einer ERCP steigt in etwa 50 Prozent der Fälle im Blut die Konzentration der Lipase an. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das durch die Beanspruchung im Rahmen der Untersuchung aus der Bauchspeicheldrüse freigesetzt wird. In seltenen Fällen kann die ERCP zu einer Bauchspeicheldrüsen-Entzündung (Pankreatitis) führen. Ebenfalls gering ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Durchbohrung des Gewebes (Perforation), Entzündungen der Gallenwege oder Blutungen kommt.

PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie)

Die PEG ist die Anlage einer Ernährungssonde die mit Hilfe eines Gastroskops durch die Bauchwand in den Magen eingeführt wird und deren Öffnung dann aus der Bauchhaut nach aussen kommt.

Über diese PEG-Sonde kann dann Flüssigkeit oder flüssige Nahrung in den Magen verabreicht werden. Die Anlage einer PEG-Sonde ist mittlerweile die am häufigsten angewandte Methode für eine mittel- und langfristige Ernährung von Patienten, die auf Grund von verschiedenen Erkrankungen nicht mehr ausreichend Nahrung zu sich nehmen können.

Eine PEG-Sonde anzulegen kann bei bösartigen (malignen) Erkrankungen wie bei Tumoren im Hals-, Nasen-, Ohrenbereich oder in der Speiseröhre sinnvoll und notwendig sein  Auch bei speziellen Strahlen- oder Chemotherapien ist eine PEG-Sonde hilfreich, wenn beispielsweise die Gefahr besteht, dass der Patient nicht mehr genügend Nahrungsmittel aufnehmen kann. Auch bei neurologischen Erkrankungen mit Schluckstörungen wie Schlaganfall, Hirntumoren oder Schädel-Hirnverletzungen, bei denen Patienten Schluckstörungen haben oder nicht mehr selbst essen können, kann eine PEG hilfreich sein.

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