Therapie

Chemotherapie

Die Medikamente, die wir am häufigsten für die Chemotherapie einsetzen, sind seit vielen Jahren und bei einer grossen Anzahl von Patienten in Studien und der täglichen Praxis getestet. Hierzu zählen die platinhaltigen Medikamente Cisplatin oder Carboplatin plus ein weiteres Medikament, das ebenfalls in die Vene gegeben wird. Wir sprechen bei der Chemotherapie von Zyklen, das heißt beide Medikamente werden in einem Abstand von drei bis vier Wochen erneut gegeben. Nach drei Zyklen wird in der Regel dann ein Re-Staging gemacht, das heißt mittels CT wird nachgesehen, wie der Erfolg der Therapie ist.

In den letzten Jahren kamen neue Medikamente auf den Markt, die bei Lungenkrebs eine Verbesserung der Prognose gezeigt haben und die auch von Beginn an oder später immer öfter eingesetzt werden.

Hierzu zählen die sogenannten Biologicals, die man sowohl als Infusion als auch als Tablette geben kann. Dazu gehören

  • Wirkstoffe, die eine Gefäßneubildung hemmen – und damit die lebenswichtige Versorgung der Tumorzellen mit Nährstoffen vermindern
  • Wirkstoffe, die die Signalübertragung zwischen den Tumorzellen blockieren
  • Wirkstoffe, die gezielt gegen spezielle Wachstumsfaktoren – den EGF (epidermal growth factor) – beziehungsweise Wachstumsfaktor-Rezeptoren der Tumorzellen gerichtet sind
  • In naher Zukunft vielleicht auch ein Tumorimpfstoff, der eine Immunisierung gegen tumortypische Antigene bewirkt

Die Forschung ist dabei, die Chemotherapie-Möglichkeiten weiter zu verbessern und wir werden Sie auch fragen, ob Sie an einer Studie teilnehmen möchten, wenn es für ihre Tumorart und Tumorstadium eine geeignete Studie gibt.

Chirurgische Therapie

Bei der Operation wird der Brustkorb in der Regel über einen seitlichen Schnitt eröffnet, es wird bei der Tumorentfernung möglichst wenig gesundes Lungengewebe entfernt, um Ihnen Ihre Lungenfunktion weitestgehend zu erhalten. Sie haben Gelegenheit, vor dem Eingriff mit dem Operateur über das geplante Ausmaß der Operation zu sprechen. Die im Brustraum befindlichen Lymphknoten werden ebenfalls entnommen, um diese im Falle einer Ausbreitung des Tumors gleich zu entfernen und das Stadium der Tumorerkrankung sicher festzulegen. Dies führt für Sie in der Regel zu keinen Einschränkungen nach der Operation.

Ein oder zwei dünne Schläuche werden bei der Operation eingelegt, um das Wundsekret abzuleiten, diese können in der Regel nach drei bis vier Tagen entfernt werden. Wichtig ist eine frühe Mobilisation der Patienten, die spätestens am zweiten Tag nach der Operation wieder aufstehen sollen, zunächst mit Hilfe einer Pflegekraft. Der Krankenhausaufenthalt richtet sich nach dem Ausmaß des operativen Eingriffs und liegt in der Regel zwischen ein und zwei Wochen.

Nach der Entlassung aus der stationären Behandlung schließt sich, in Abhängigkeit vom Tumorstadium, möglicherweise eine Nachbehandlung an. Die individuelle Empfehlung wird bereits während des Krankenhausaufenthaltes festgelegt und mit Ihnen besprochen und kann in einer Chemotherapie und/oder einer Bestrahlung liegen. Selbstverständlich entscheidet letztendlich der Patient selbst über seine weitere Behandlung.

Neben der eigentlichen Tumorbehandlung ist nach der Entlassung eine unterstützende Begleittherapie notwendig, zu dieser kann der Patient auch selbst entscheidend beitragen. Zum Einen besteht Anspruch auf eine Rehabilitation in einem spezialisierten Zentrum, die zu einer Verbesserung der Lungenfunktion und der körperlichen Kraft führt. Ob diese Rehabilitation direkt nach dem Krankenhausaufenthalt erfolgt oder erst nach Abschluss einer Nachbehandlung, wird mit Ihnen besprochen. Zum Anderen sollte der Patient auch nach Beendigung der Rehabilitation durch eine Fortführung der gelernten Atemübungen zu einer Verbesserung seiner Lungenfunktion beitragen. Die Begleitung dieser Nachbehandlung sollte durch Ihren Hausarzt und Ihren Lungenfacharzt erfolgen.

Strahlentherapie

Bei der Strahlentherapie werden die bösartigen Zellen des Tumors von energiereichen Strahlen so stark geschädigt, dass sie absterben. Gesunde Zellen dagegen können sich mit verschiedenen Reparaturmechanismen gegen die Schädigung schützen, beziehungsweise diese ausgleichen.

Die moderne Strahlentherapie findet sehr gezielt statt, das heißt mit Computern wird genau berechnet, welches Gebiet bestrahlt werden soll. Nebenwirkungen sind dadurch sehr viel seltener als früher. Der Vorgang an sich ist für den Betroffenen vollkommen schmerzfrei. Zuständig für die Strahlentherapie ist der speziell ausgebildete Strahlentherapeut (Dr. Eberlein in unserem Zentrum) zusammen mit Physikern und MTA`s.

Alternative Therapien

Eine lebensbedrohliche Erkrankung wie Lungenkrebs wirft oft auch die Frage auf: "Welche Behandlungsmöglichkeit ist die richtige und die beste? Gibt es neben der Schulmedizin auch alternative Behandlungsmöglichkeiten?"

Es gibt leider wenig Studien über alternative, naturheilkundliche oder andere nicht-schulmedizinische Therapiemöglichkeiten bei Krebs. Es liegen aber Untersuchungen und Beobachtungen vor, dass  manche Therapien eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin sein können: Mistelpräparate, Enzyme, Spurenelemente wie Selen und Vitamine können Nebenwirkungen der Therapie bei manchen Patienten verringern und das Allgemeinbefinden verbessern. Die Schulmedizin können sie aber nicht ersetzen.

Wenn Sie sich nach alternativen Möglichkeiten umsehen, stehen wir dem nicht feindlich gegenüber: Es gibt viele Therapieformen, die uns gut tun und die auf unerklärliche Weise helfen. Dazu zählen auch manche alternative Methoden, denen die Schulmedizin skeptisch gegenüber steht.

Wir bitten Sie aber, uns offen darüber zu informieren, wenn Sie andere Wege suchen und Therapien machen, denn auch eine naturheilkundliche oder homöopathische Therapie kann mit den von uns eingesetzten Medikamenten interferieren und dann zu unerwünschten Nebenwirkungen oder einer Verminderung der Wirkung führen.

Und glauben Sie gerade auf dem Gebiet der Alternativmedizin keinen „Wunderheilern“, die versprechen, jeden Krebs heilen zu können, viel Geld verlangen und besonders im Internet zu finden sind. Bleiben Sie skeptisch, fragen Sie uns oder Ihren Hausarzt oder Pneumologen. Seriös berät Sie auch das „Institut für wissenschaftliche Evaluation naturwissenschaftlicher Verfahren“ in Köln.

 

 

Kontakt

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Prof. Dr. med. Joachim Bargon

› Leitung
St. Elisabethen-Krankenhaus
Lungenkrebszentrum

Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin und Infektiologie

Ginnheimer Straße 3
60487 Frankfurt
Tel.: +49 69 7939-2219
Fax: +49 69 7939-2669
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