Das St. Elisabethen Krankenhaus hat auf seiner Palliativstation ein neues Angebot eingeführt: Eine tiergestützte Therapie ergänzt seit Kurzem die bestehende medizinische, pflegerische und psychosoziale Versorgung. Die Entscheidung ist Teil einer strukturierten Weiterentwicklung der palliativen Arbeit des Hauses und zielt darauf, Lebensqualität auch in fortgeschrittenen Krankheitsphasen gezielt zu unterstützen.
Aus Sicht der ärztlichen Leiterin der Palliativstation, Beate Blasius, fügt sich das Angebot konsequent in das bestehende Versorgungskonzept ein. „Unser Ziel ist es, Symptome zu lindern, aber auch emotionale und psychosoziale Bedürfnisse ernst zu nehmen“, so Frau Blasius. „Die tiergestützte Therapie ersetzt keine medizinische Behandlung. Sie ergänzt sie dort, wo menschliche Nähe und nonverbaler Kontakt besonders wirksam sein können.“ Voraussetzung sei eine enge Abstimmung im Team, die Einbindung in den Stationsablauf sowie eine individuelle Indikationsstellung für jede Patientin und jeden Patienten.
Die tiergestützte Therapie wird von einer speziell qualifizierten Fachkraft für tiergestützte Therapie des Krankenhauses, Marisa Grundmann, durchgeführt, die zugleich als Kunsttherapeutin auf der Palliativstation tätig ist und gemeinsam mit ihrem Therapiehund Gustav arbeitet. Damit setzt das Haus bewusst auf interne fachliche Kompetenz und eine enge Verzahnung von psychosozialer, therapeutischer, pflegerischer und medizinischer Perspektive. Frau Grundmann ist fest in das multiprofessionelle Team eingebunden; Termine und Einsätze werden in Abstimmung mit den Mitarbeiter:innen der Palliativstation geplant.
Die Begegnungen mit Gustav sind freiwillig und werden an den jeweiligen Gesundheitszustand und die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten angepasst. Im Mittelpunkt steht nicht eine therapeutische Leistung im engeren Sinne, sondern die Möglichkeit zu Nähe, Kontakt und emotionaler Entlastung. „Palliativversorgung bedeutet für uns, den Menschen in seiner Gesamtheit wahrzunehmen“, sagt Frau Grundmann. „Die tiergestützte Therapie ist ein ergänzender Baustein, der dort ansetzt, wo Worte oder medizinische Maßnahmen allein nicht mehr ausreichen.“ Erste Erfahrungen zeigen, dass Gustav Gespräche erleichtert, Erinnerungen an frühere Lebensphasen wachruft und zu einer ruhigeren Atmosphäre auf der Station beiträgt. Auch Patientinnen und Patienten mit starken körperlichen Einschränkungen reagieren häufig positiv auf den Kontakt; Angehörige erleben diese Momente nicht selten als verbindend und entlastend.
Ein begleitendes Element des Angebots sind Fotografien, die auf Wunsch der Patientinnen und Patienten entstehen. Sie dokumentieren die Begegnungen und werden von vielen als persönliche Erinnerung geschätzt, auch über den stationären Aufenthalt hinaus. Aus Sicht des Krankenhauses tragen sie dazu bei, individuelle Lebensgeschichten sichtbar zu machen und die psychosoziale Dimension palliativer Versorgung nachvollziehbar zu dokumentieren.
Die Umsetzung der tiergestützten Therapie erfolgt unter klar definierten fachlichen und ethischen Rahmenbedingungen. Frau Grundmann hat gemeinsam mit Gustav eine mehr als einjährige, qualifizierte Ausbildung im Bereich tiergestützter Interventionen absolviert und bildet sich kontinuierlich fort. Der Schutz und das Wohl des Tieres sind fester Bestandteil des Konzepts. Mit der Einführung des Angebots stärkt das St. Elisabethen Krankenhaus die Qualität und Vielfalt seiner palliativen Versorgung und verankert psychosoziale Begleitung als festen Bestandteil des Versorgungsauftrags.















