Endoskopie am St. Elisabethen Krankenhaus Frankfurt
Die Endoskopie ist eine Untersuchungsmethode, die von einer Ärztin oder einem Arzt mit einem Endoskop ausgeführt wird. Untersucht werden Bereiche im Inneren des menschlichen Körpers, die von außen nicht einsehbar sind. Dabei dient eine Endoskopie nicht nur der Untersuchung, sondern es können auch Eingriffe vorgenommen werden.
Gastroskopie
Die Gastroskopie, auch Magenspiegelung genannt, ermöglicht die Untersuchung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm mithilfe eines flexiblen Endoskops. Dabei können Gewebeproben (Biopsien) entnommen oder Polypen mit einer Schlinge entfernt werden. Engstellen (Stenosen) lassen sich durch Dehnung öffnen, und Blutungen – etwa aus Magengeschwüren oder Krampfadern in der Speiseröhre – können effektiv gestoppt werden.
Die Untersuchung ist sinnvoll bei anhaltenden Oberbauchbeschwerden, häufigem Sodbrennen, Schluckstörungen, unklaren Durchfällen oder Verdacht auf Magengeschwüre oder Tumoren. Meist wird sie in Sedierung durchgeführt – oft mit einem Beruhigungsmittel wie Propofol. Zusätzlich wird der Rachen örtlich betäubt, um den Würgereiz zu vermindern.
Für eine sichere Durchführung muss der Magen leer sein – daher bitte mehrere Stunden vorher nichts essen. Nach der Untersuchung sollte bis zum vollständigen Abklingen der Betäubung nichts getrunken oder gegessen werden. Komplikationen sind äußerst selten.
Enteroskopie – Untersuchung des Dünndarms
Der Dünndarm ist der längste Abschnitt des Verdauungstraktes und verbindet den Magen mit dem Dickdarm. Erkrankungen in diesem Bereich sind oft schwer zu erkennen, da der Dünndarm mit herkömmlichen Endoskopen nur eingeschränkt zugänglich ist.
Zur gezielten Untersuchung kommt die sogenannte Ballon-Enteroskopie – auch „Push-and-Pull-Enteroskopie (PPE)“ genannt – zum Einsatz. Mit dieser speziellen Methode kann der gesamte Dünndarm schrittweise eingesehen werden. Die PPE ist besonders hilfreich bei unklaren mittleren Blutungen des Magen-Darm-Trakts, bei denen weder Magen- noch Dickdarm als Blutungsquelle infrage kommen. Sie gilt – ergänzend zur Dünndarmkapsel-Endoskopie – als Methode der Wahl in der weiterführenden Diagnostik.
Neben der genauen Darstellung der Dünndarmschleimhaut bietet die Enteroskopie auch therapeutische Möglichkeiten: So können Blutungen gestillt, Polypen abgetragen, Gewebeproben entnommen und Engstellen (Stenosen) erweitert werden – ganz ähnlich wie bei der Magenspiegelung, aber eben im tiefen Dünndarmbereich
Darmspiegelung (Koloskopie) – Vorsorge und Diagnose
Die Darmspiegelung ist eine Untersuchung des Dickdarms, bei der die Darmschleimhaut auf krankhafte Veränderungen kontrolliert wird. Dabei kann die Ärztin oder der Arzt den gesamten Dickdarm einschließlich des Enddarms mit einem flexiblen Instrument – dem Koloskop – betrachten. Dieses wird über den After eingeführt und ist mit Lichtquelle und Kamera ausgestattet, sodass die Untersuchung live auf einem Monitor verfolgt werden kann. Über kleine Kanäle können zudem Instrumente eingeführt werden, um Proben zu entnehmen oder Polypen direkt zu entfernen.
Die Koloskopie wird zur Früherkennung von Darmkrebs, bei unklaren Beschwerden oder zur Therapie eingesetzt. Sie ist derzeit die effektivste Methode, um Darmkrebs bereits im Frühstadium oder sogar in Vorstufen zu entdecken und direkt zu behandeln.
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Eine Darmspiegelung wird empfohlen bei:
- wiederkehrenden Bauchschmerzen oder Krämpfen
- anhaltendem Durchfall oder verändertem Stuhlgang
- Blut im Stuhl
- ungeklärtem Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit
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Typische Erkrankungen, die dabei erkannt werden können, sind:
- Darmpolypen und Darmkrebs
- Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (chronisch-entzündliche Darmerkrankungen)
Neben der Diagnose ermöglicht die Koloskopie auch direkte Behandlungen – zum Beispiel das Entfernen von Polypen oder die Entnahme von Gewebeproben, ohne dass ein zusätzlicher Eingriff nötig ist.
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Ablauf der Darmspiegelung – Was Sie erwartet
Vor der Darmspiegelung findet ein persönliches Aufklärungsgespräch statt. Dabei informiert die Ärztin oder der Arzt über den Ablauf, die Vorbereitung und mögliche Risiken. Auch bestehende Erkrankungen oder regelmäßig eingenommene Medikamente werden besprochen.
Für eine zuverlässige Untersuchung ist eine gründliche Darmreinigung zu Hause notwendig. Dazu gehört eine kurzfristige Ernährungsumstellung sowie die Einnahme eines Abführmittels. Nur ein vollständig entleerter Darm erlaubt eine sichere Beurteilung. Ist die Entleerung unvollständig, kann vor Ort ein zusätzlicher Einlauf erforderlich sein.
Die eigentliche Untersuchung dauert meist 15 bis 20 Minuten und wird ambulant durchgeführt. Der Patient liegt bequem in Seitenlage. Nach einer kurzen Tastuntersuchung wird das Koloskop mithilfe eines Gleitmittels über den After eingeführt. Um die Sicht zu verbessern, wird etwas Luft in den Darm eingeblasen, wodurch sich die Darmwände entfalten. Während das Gerät langsam durch den Dickdarm geführt wird, beobachtet die Ärztin oder der Arzt die Darmschleimhaut live auf einem Monitor. Bei Bedarf können Gewebeproben schmerzfrei entnommen werden.
Nach der Untersuchung dürfen Sie in der Regel wieder essen und Ihren Alltag aufnehmen. Falls Sie ein Beruhigungsmittel erhalten haben, sollten Sie sich abholen lassen und für den Rest des Tages auf Autofahren verzichten.
Die Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP)
Die ERCP ist ein kombiniertes Verfahren aus Endoskopie und Röntgen, das zur Untersuchung und gezielten Behandlung von Erkrankungen der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse eingesetzt wird – etwa bei Gallensteinen, Engstellen oder Tumoren.
Dabei kann die Mündungsstelle des Gallengangs durch einen kleinen Schnitt erweitert werden, um den Zugang zu erleichtern. Gallensteine im Gallengang lassen sich so entfernen; größere Steine werden bei Bedarf zunächst zerkleinert und anschließend mithilfe eines feinen Körbchens oder Ballonkatheters aus dem Gang entfernt.
Endoskopische Adipositastherapie – Magenverkleinerung ohne Operation
Das Endo-Sleeve-Verfahren ist eine moderne, schonende Methode zur Behandlung von Übergewicht – ganz ohne Operation und ohne sichtbare Narben. Wie bei einer Magenspiegelung wird ein Endoskop durch den Mund in den Magen eingeführt. Dort wird mit einer speziellen Nahttechnik das Magenvolumen um bis zu 70 % verkleinert, sodass sich ein schnelleres Sättigungsgefühl einstellt und weniger Nahrung aufgenommen wird.
Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose im Operationssaal und dauert etwa eine Stunde. In der Regel bleiben Patient:innen 2 bis 3 Tage stationär. Zunächst erfolgt eine flüssige Kostphase, bevor die Ernährung schrittweise und unter fachlicher Begleitung wiederaufgebaut wird.
Langfristiger Erfolg ist nur möglich, wenn die Behandlung mit einer dauerhaften Umstellung von Ernährung und Lebensstil kombiniert wird. Wichtige Empfehlungen nach dem Eingriff sind z. B.:
- langsam essen, gut kauen
- kleine Portionen, keine Zwischenmahlzeiten
- Essen und Trinken zeitlich trennen
- ausreichend trinken, aber keine kohlensäurehaltigen Getränke
- vitaminreiche, ausgewogene Ernährung
- Verzicht auf Alkohol und „flüssige Kalorienbomben“
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Für wen ist das Verfahren geeignet?
Das Endo-Sleeve eignet sich für Menschen mit mäßigem bis starkem Übergewicht (BMI 30–40 kg/m²), die sich bewusst gegen eine klassische Operation wie Magenbypass oder Schlauchmagen entscheiden. Voraussetzung ist, dass zuvor bereits eine konservative Therapie (z. B. Ernährungsumstellung, Bewegung) versucht wurde. Die Entscheidung über die Behandlung wird gemeinsam mit einem Adipositaszentrum getroffen.
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Wie viel Gewichtsverlust ist möglich?
In den ersten 1–2 Jahren kann eine Reduktion von bis zu 60–70 % des Übergewichts erreicht werden. Die Ergebnisse hängen stark von der aktiven Mitarbeit in der Ernährungs- und Bewegungstherapie ab. Bei konsequenter Nachsorge sind ähnliche Erfolge wie bei operativen Verfahren möglich.
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Gibt es Risiken?
Das Verfahren gilt als sehr sicher. Komplikationen sind selten und meist endoskopisch behandelbar – etwa leichte Blutungen oder Reizungen im Bereich von Magen oder Speiseröhre. Eine chirurgische Nachbehandlung ist in der Regel nicht erforderlich.
EndoBarrier – Gewichtsreduktion und Blutzuckerregulation ohne Operation
Die EndoBarrier ist ein innovatives, minimal-invasives Verfahren zur Behandlung von starkem Übergewicht (Adipositas) und Typ-2-Diabetes – ganz ohne Operation und ohne sichtbare Narben. Dabei wird eine flexible, etwa 60 cm lange Hülse (ähnlich einem dünnen Schlauch) endoskopisch in den oberen Dünndarm eingesetzt und dort fixiert.
Diese künstliche Barriere verhindert den direkten Kontakt zwischen der Darmschleimhaut und dem Nahrungsbrei. Dadurch werden weniger Kalorien und Nährstoffe aufgenommen, und gleichzeitig wird die Hormonfreisetzung im Darm positiv beeinflusst. Es kommt zu einem schnelleren Sättigungsgefühl, einem stabileren Blutzuckerspiegel und einer besseren Stoffwechselregulation. Studien zeigen, dass Patient:innen mit dieser Methode eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von bis zu 20 % erreichen können.
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Vorteile der EndoBarrier-Therapie:
- Kein chirurgischer Schnitt, da der Eingriff über eine Magenspiegelung erfolgt
- Kurze Narkose, schneller Ablauf, geringe Belastung
- Nachgewiesene Gewichtsreduktion bei gleichzeitig besserem Blutzuckermanagement
- Besonders geeignet für Menschen mit BMI 30–45 und Typ-2-Diabetes
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Wie funktioniert die Behandlung?
Die Implantation erfolgt wie bei einer Magenspiegelung:
Ein dünnes Endoskop mit Kamera und Licht wird über den Mund bis in den Magen und Zwölffingerdarm geführt. Dort wird die EndoBarrier positioniert. Die Platzierung erfolgt unter Vollnarkose – Sie spüren dabei nichts. Zur Kontrolle der richtigen Lage wird zusätzlich eine Röntgensonde eingesetzt.Nach dem Eingriff können kurzzeitige Beschwerden wie Übelkeit auftreten, die jedoch meist rasch abklingen. Ein Klinikaufenthalt von ein bis zwei Tagen genügt in der Regel.
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Für wen ist die Therapie geeignet?
Die EndoBarrier ist eine gute Option für Patient:innen mit starkem Übergewicht (BMI 30–45), insbesondere wenn zusätzlich ein Typ-2-Diabetes besteht. Voraussetzung ist, dass bereits andere Maßnahmen zur Gewichtsreduktion wie Ernährungsumstellung oder Bewegungstherapie ausprobiert wurden.
















