Sehr geehrte Patientinnen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

unsere Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe bietet Ihnen einen verlässlichen Ansprechpartner, um onkologische Erkrankungen der äußeren oder inneren Genitalorgane schnellstmöglich zu diagnostizieren, Ihre Behandlung in die Wege zu leiten und Sie darüber hinaus im Bedarfsfall in der Nachsorge zu begleiten.

Wenn bei einer Patientin eine bösartige Erkrankung festgestellt wurde, bieten wir Ihnen ein individuell konzipiertes Konzept der Weiterbetreuung an. Dieses beinhaltet die weiterführende Diagnostik, leitlinien-gerechte onkologische Operationen nach eingehender Beratung mit der Patientin und ihren Angehörigen sowie die konsequente Nachsorge in Kooperation mit dem niedergelassenen Facharzt.

Wir wollen Sie mit allen Ihren Wünschen, Vorstellungen und Ängsten individuell unterstützen.

Sehr eng arbeiten wir mit Kooperationspartnern der Psychoonkologie, Physiotherapie oder Ernährungsberatung zusammen. Sämtliche notwendige weitere Fachabteilungen arbeiten mit uns Hand in Hand.

Krebsvorsoge in unserer Dysplasie-Sprechstunde

Unsere Dysplasie-Sprechstunde ist eine speziell eingerichtete Sprechstunde für Patientinnen, bei denen im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung Gewebeveränderungen beobachtet wurden. Wir untersuchen diese sogenannten dysplastischen (Dysplasie = Abweichung von der normalen Gewebestruktur) Zellen genauer.

Dysplastische Zellen sind fehlentwickelte Zellen, die Vorstufen krebsartiger Veränderungen entsprechen können. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung wird im Zellabstrich nach solchen Veränderungen gesucht. Die Zuordnung der Zellen zu den sogenannten Pap-Gruppen wird nach dem Schweregrad der Veränderung vorgenommen (entwickelt und benannt nach dem griechischen Zytologen Papanicolaou). Bei einer auffälligen Pap-Gruppe empfiehlt sich die mikroskopische Untersuchung des Gebärmutterhalses mit dem sogenannten Kolposkop (Kolpos ist griechisch und heißt Scheide) in der Dysplasie-Sprechstunde. Im Rahmen dieser Kolposkopie können aus den auffälligen Bereichen direkt Gewebeproben entnommen werden. Dies ist ohne örtliche Betäubung und schmerzfrei möglich, da der Gebärmutterhals nicht von empfindlichen Nervenfasern versorgt wird. Die kolposkopischen Befunde werden sorgfältig dokumentiert und eventuell fotografiert. Entnommene Gewebeproben werden an ein Labor weitergeleitet und dort feingeweblich begutachtet. Ergibt sich aufgrund der Befunde die Notwendigkeit eines operativen Eingriffs, so besprechen wir die jeweiligen Operationsmethoden bei einem Nachfolgetermin sorgfältig mit Ihnen.

Therapieverfahren

Erkrankung des Gebärmutterhalses:

  • Komplette Diagnostik von Gebärmutterhalskrebs
  • Wertheim-Operation: Entfernung der Gebärmutter, eventuell mit Entfernung der Eierstöcke und Eileiter sowie der Lymphknoten entlang der Beckengefäße
  • TMMR: Totale mesometriale Resektion des Uterus, nervenschonend; laparoskopisch (per Bauchspiegelung) oder offen (per Bauchschnitt)
  • Lymphonodektomie: Entfernung der Lymphknoten (radikal, systemisch paraaortal, pelvin); laparoskopisch oder offen; innovative Sentinelmethoden (ICG-Markierung)

Erkrankung der Gebärmutter

  • Komplette Diagnostik von Gebärmutterkrebs
  • Laparoskopische und offene Operationsverfahren

Erkrankung des Eierstocks, Eileiters oder Peritoneums (Bauchfell)

  • En-bloc-Resektion: Radikale Entfernung von Gebärmutter, Eierstöcken und Eileiter
  • Deperitonealisierung: Entfernung des befallenen Bauchfells
  • Laparoskopische Borderline-Tumortherapie

Erkrankungen des äußeren Genitals (Vulva)

  • Entfernung des bösartigen Tumors im Bereich der Vulva mit Defektdeckung mittels Lappenplastik (in gleicher Sitzung)
  • Markierung und Entfernung der Wächterlymphknoten (Sentinel) in der Leiste

Immer:

  • Psychoonkologische Mitbetreuung
  • Physiotherapie und Lymphdrainage